Bericht zum 3. Männervesper

3MV09.12.2015, Wildberg-Sulz (tr).
Medien manipulieren ganz automatisch, davon ist Hans-Werner Kalb aus Schwäbisch Gmünd überzeugt. Beim 3. Männervesper in Sulz am Eck erläuterte er die »Manipulation durch Massenmedien« im Sportheim vor etwa 80 Gästen ausführlich und nachvollziehbar. Schon die Auswahl der Nachrichten durch die Fernseh- und Zeitungsredaktionen führe logischerweise zu einer selektiven Wahrnehmung der Wirklichkeit. Natürlich sei dies – obwohl durch weltanschauliche und politische Vorgaben gefärbt – unvermeidbar. Man müsse sich durch verschiedene Medien informieren, am besten auch immer wieder durch ein Organ, das eine entgegengesetzte Meinung vertrete.

Kalb sieht die Medien kritisch, hält aber nichts von Verschwörungstheorien: »Wir haben in Deutschland keine gelenkte Presse, kein Lügenfernsehen«. Vom Fernsehen kann er aus eigener Erfahrung berichten: Zunächst arbeitete der Nachrichtentechniker beim ZDF, später beim SWR. Seit 2001 nimmt er an verschiedenen Stuttgarter Hochschulen Lehraufträge wahr und hält deutschlandweit Vorträge und Seminare.

Ein Problem sieht er in den dramaturgisch inszenierten Reality-Shows, die vor allem nachmittags im TV laufen. Die wenigsten Zuschauer seien sich bewusst, dass es sich um »Scripted Reality« handle, also um eine nach Drehbuch vorgespielte scheinbare Realität. Auch Talkshows sieht er kritisch: Geht es dort um Manipulationsvermeidung oder doch um Beeinflussung durch manchmal recht einseitige Auswahl von Rednern?

Da Journalisten überdurchschnittlich oft im eher linken Spektrum der Politik anzusiedeln seien und oft die »Schere der Political Correctness im Kopf« hätten, sieht er den eher konservativen und auch christlich geprägten Teil der Bevölkerung unterrepräsentiert. Auch eine direkte Einflussnahme der Politik auf verschiedene Alpha-Journalisten sieht Hans-Werner Kalb mit Sorge. Gerade während der Eurokrise seien Medienvertreter gezielt angehalten worden, im Volk keine Panik durch ihre Berichterstattung auszulösen. Ein verständliches Anliegen, das aber der Pressefreiheit widerspreche.

Überhaupt empfahl der Referent, den Medienkonsum zu reduzieren und sich mit wesentlicheren Dingen wie der Familie zu befassen. Die Medien, die benutzt würden, müsse man auf Vertrauenswürdigkeit überprüfen und auch abwechselnd nutzen, um ein breites Meinungsbild kennenzulernen.

Orientierung in der Medienflut findet der Medienmann in der Bibel. Sie sei ein gutes Fundament, um von der Schnelllebigkeit der heutigen Welt nicht mitgerissen zu werden. Am Ende seines Vortrags zitierte er Apostel Paulus: »Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist«

Für den 26. April 2016 laden die Kirchengemeinde und der CVJM zum nächsten Männervesper im Rahmen der Zelttage auf dem Freizeitgelände Braunjörgen ein: Dann wird Günther Beckstein zu Gast sein, der ehemalige Ministerpräsident von Bayern.

von Timo Roller
http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.altensteig-wuertt-wenn-realitaet-drehbuechern-folgt.37f47fab-3f77-435b-a6c0-cddb16f4ec5e.html

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